Weingut Soellner

Wine Story

Das einmalige Weingut findet man in Gösing am Wagram – ein kleines, ebenso einmaliges Dorf im nordwestlichen Teil vom Wagram, umringt von Weingärten. Durch die erhöhte Lage auf den Ausläufern des „granitigen“ Manhartsberges eröffnet sich ein wunderbarer Ausblick über das Tullner Feld hinweg zu den ersten Bergen der Alpen.

Der Kreis als minimalisiertes Symbol für die Sonne steht bei den soellner's auch für den Kreislauf des Lebens. Es gilt der Leitsatz: „alles dreht sich und bewegt sich“. Die sympathischen Winzer gehören zu den „Bio-Pionieren“ am Wagram. So wird seit 1994 biologischer Landbau betrieben und seit 2004 auch nach biodynamischen Prinzipien. Rund 16 Hektar Weingärten werden rund um Gösing bewirtschaftet. Außerdem werden etwa 35 Hektar Ackerland, 10 Hektar Wald & Biotope und ein paar Obstbäume kontrolliert, biologisch unter Einsatz der biodynamischen Präparate und wertvollem Stallmist-Kompost nachhaltig bewirtschaftet. Ein paar Krainer Steinschafe & Hühner gehören auch noch zum Inventar. Daniela Vigne, Toni Söllner, Bruder Reinhard Söllner, Sohn Julian Vigne, Eltern Margareta & Anton Söllner sen., Aurelia und Bogdan Kordyl und Lesehelfer bewirtschaften gemeinsam die Flächen.

So vielfältig die Arbeit dieses Hofes ist, so individuell sind auch die Weine. Das Hauptaugenmerk liegt bei den verspielten, vielschichtigen, harmonischen und ausdrucksstarken Weinen mit erstaunlich wenig Alkohol von überwiegend Grüner Veltliner Stöcken der alten Spielarten. Seit vielen Jahrzehnten wird auch Roter Veltliner – die „Ursorte des Wagrams“ – angebaut und seit 1989 wieder reinsortig vinifiziert. So konnten von einigen wenigen, uralten Stöcken mit kleinen und lockerbeerigen Trauben neue Pflanzen gezogen werden, welche nach und nach auf sandigen, schottrigen Lößterrassen am „Berg Eisenhut“ und in den Vordertälern ausgepflanzt wurden. Seit 2011 werden die reifsten Roter Veltliner Trauben zusammen mit Weißburgunder, Sauvignon Gris, Riesling und Traminer in den nahezu einmaligen Steinzeug(Keramik)-Behältern auf der Maische vergoren, weiter ausgebaut und anschließend in gleichwertigen Steinzeugflaschen zum – „irdenen“ Allerlei im Steinzeug – abgefüllt. Außerdem wird ein leichter, fruchtbetonter Riesling und ein Cuvée aus Müller Thurgau & Riesling & Muskateller gekeltert. Ein ebenfalls leichter, sehr fruchtbetonter und finessenreicher Rosé bietet perfekten Sommergenuss. Der erstaunliche und für den Wagram einmalige Rotwein Oibelos aus überwiegend Blauer Zweigelt bietet ein harmonisches Trinkvergnügen. Auch ein „Cool Climate“ Pinot Noir findet sich im Sortiment. All diese individuellen Weine sind Ergebnis feinfühliger Arbeitsschritte, wobei im Keller neben Tanks und 500-Liter-Eichenfässern für den Rotwein sehr unkonventionell mit großen, alten Holzfässern und den einmaligen Steinzeug-Behältern (500–1000 Liter) gearbeitet wird, wobei selbstverständlich auch die Hefen aus den eigenen Lagen für die Vinifikation dazugehören. Kurzum sind es Weine, die blind zu erkennen sind und durch Haltbarkeit & Trinkvergnügen auf sich aufmerksam machen.

Toni Soellner